1. Anlauf: Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Epilog
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PRÜFUNGSTAG

Sechs Uhr morgens war ganz schön schwer für mich einzuhalten. Soll ich ehrlich sein? Warum sollte ich Stilbruch begehen und hier zeitig gewesen sein...? Ich bin gerannt, ja euer Fachmann für polnischen Straßenverkehr hat sich eine dreiviertel Stange Zigaretten aus der Lunge gehustet, aber er ist on-time da gewesen. Keine Sekunde zu früh oder zu spät. Vollgeschwitzt in Hemd und Schlips stiegen ich und weitere 5 Mann zur Prüfung in eine bestellte Caravelle nach Gorzaw. Radio Zet plärrte auf den hintern Rücksitzen aus eigens angebrachten Boxen - nein, jemand hatte die tolle Idee diese Kugelförmigen Hochtöner aus Boxen auszubauen um sie als "Lautsprecher" zu benutzen. "Laut" waren sie. Mit einm Puls von 180, einem Keuchenden atem und zugepackt mit jacken in einem engen Bus über schlechte Straßen zu brettern erfordert um diese Uhrzeit keine nervige, überlaute Eurodance-Musik mehr um völlig aus der Fassung zu geraten. Ich bat um leisere Geräusche aber es wurde effektiv nur vorne leiser, der Fahre verstand jedoch den Unterschied zwischen vorne nd hinten nicht so stopfte ich mit Taschentüche ins Ohr und der Walnussgroßen Box verpasste ich eine Brötchentüte.
An der Prüfungsstelle angekommen begrüßte uns Petra, eine sehr nette Dolmetscherin, die uns sehr gut half und alle Abläufe en detail kannte. Es ging quasi sofort zur Theoretischen Prüfung, ein Raum, der aussieht wie ein Informatikraum in der Schule mit Computern an den Wänen mit Bildschirmen zur mitte hin. Wir bekamen die Plätze zugewiesen, es gab 18 an der Zahl. Ein wenig einweisungsgeplänkel aber im endeffekt wars das gleiche wie das Ding in der Nische der Fahrschule. 25 MinutenZeit AB JETZT
Die Fragen waren alle EINFACH wie sau. Es gab sogar einige die ich auf Anhieb wiedererkannte und sofort wusste A, B und C oder nur A halt, ohne die ANtworten gelesen zu haben. Es waren wirklich NUR einfache Fragen, ich hatte wenig Zweifel! Na, die Glückwünsche scheinen wirklich geholfen zu haben! YEAH! ich war in 5 Minuten fertig und prüfte alles noch genau ZWEI MAL. Da Herr L riet nicht das "Opfer der Korrekturfalle" zu werden, war ich auch äußerst vorsichtig. Ich korrigierte eine einzige Sache nach, wo ich eine Verneinung überlesen hatte und hatte sonst keine Zweifel an meinen Antworten. Der polnische Prüfer brabbelte stoisch seine Anweisung herunter und alle polnischen Prüflinge reagierten. Ich wartete auf die Übersetzung der Dolmetscherin die zwischen den Deutschen hin und her flitzte um zu sagen :"Drücken Sie auf ENDE, wenn sie gleucben das sie alle Fragen richtig beantwortet haben" Ich drückte Final auf ENDE und hatte, meine Freunde ihr werdet es nicht glauben:

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Polnischer EU-Führerschein Beispiel, so sieht er aus

Das war der Anfang meines 'FLAWLESS'-Planes und "ich liebe es wenn ein Plan funktioniert" (H. Smith). Allerdings haben zwei kollegen von mir jeweils drei und vier Fehler gemacht und waren aus dem Rennen. Der nette Berliner mit der Glatze und dem SChneutzer, der wirklich so fröhlich un sympathisch war, der sich sehr viele Gedanken machte und obwohl er ein gestandener Mann mit Tattos und Bundesadleranhänger an seiner Panzekette ist, ein sehr emotionaler und empathischer Mensch ist, der niemals einer Fiege etwas zuleide tun würde; ihm wünschte ich es am wenigsten. Er tat mir richtig leid. Er war von sich selbst nttäuscht und verlor das vertrauen in den polnischen Führerschein. Er war so am ende er wollte die 5h nicht warten bis wirklich alle fertig sind um wieder zurückzufahren, er nahm sich ein Taxi für die 60km nach Slubice.
Wir waren in Gruppe 18. Das bedeutet wir fuhren dem Alphabet nach in dem Auto 18 mit. Da 'H' merkwürdigerweise der letzte Buschstabe der Gruppe war bliebs für mich spannend. Der erste war allerdings nicht nach 45minuten wieder da, wie es die Prüfungsdauer vorschreibt. Nach keiner hlaben Stunde sagt mir der nervöse Kollege mit einem Verlierergrinsen, daß er nicht bestanden hätte. Er wäre viel zu nervös gewesen und hätte an einem Zebrastreifen bei einer angehenden GELB-phase erst halten wollen, weil aber keiner über die Straße ging dann doch fahren, allerddings war es dann schon gelb und er war aus dem Rennen.
Er hatte Mühe seine Emotionen nicht zu zeigen, aber er meinte er wäre gestern noch so nervös gewesen dass er sich eh nur vorgenommen hätte heute die Theoretische Prüfung zu schaffen und damit wolle er zufrieden sein. Nungut, ich dachte bei mir, die Zuversicht habe ich, was soll da kommen? Aber ich bekam kalte Füße, im physischen Sinne. Und das bedeutet nichts gutes im Übertragenen. Ich unterhielt mich wirklich nett mit der Dolmetscherin über sprachwissenschaftliche Studien im vergleich zu Deutschland, Dolmetschertum, Industrie und Marktwirtschaft, die EU und das Arbeiten in der EU - eine wirklich interessante Frau, wir quatschtn uns die Füße warm und ich aß Lungenbrot solange mein Feuerzeug zündete.

PRÜFUNGSFAHRT

Dann war ich dran. Wir stiegen zu dem Fahrlehrer, ein älteres Kaliber, der seinen Humor nicht verloren hatte, im Gegensatz zu meinem nervösen Kollegen war ER mir sofort sympathisch. Irgendwie erinnerte er mich an meinen Opa. Er fuhr uns die 50m weiter auf den Übeungsplatz und setzte das Auto mehr schlecht als recht aber mit drastischem Gasfuß in die Anfangsbox der Banane. Das Auto war gespickt mit Kameras die alles aufzeichneten und es gab soagr ein Mikrofon, das als Protokoll diente, so wurde mein Name verlesen und meine Prüfungsanforderung, der Name er Dolmetscherin und dann noch Zeugs dass ich selbst von der Dolmetscherinsynchronübersetung nicht mitbekam weil er die ganze zeit polinsch dazwischenquatschte. Aber die Kamreas waren krass. Der Prüfer hatte soagar ein LCD auf der Beifahrerseite um die Fahrbahnmarkierungenm den Tachostand oder meinen Blick in die Spiegel auf einen Blick überwachen zu lönnen. Ihr müsst wissen ,dass im Zuge der Bestechungen die passiert sind, das polnische Führerscheinwesen zentralisiert und fairer gemacht wurde. Das war das ergebnis: Big Brother im Prüfungsauto -
Zunächst war die Kontrolle der Flüssigkeiten und die Überprüfung der Lichtanlage gefragt und meine Freunde des schlechten Geschmacks, was Internetblogs betrifft, ich habe natürlich alles benennen und zeigen können,wie könnte es auch anders sein? Dann durfte ich mich fahrbereit machen und die Banane und das Anfahren am Berg beweisen. Ui, das mit dem Unterschied von Diesel zu Benziner hab ich mal direkt unterschätzt. Mal ganz abgesehen davon dassdieser Punto ausgenudelt war bis zum dorthinaus (nichts von wegen Katzenschwanzbremse) Das Gas zu Kupplungsverhältnis war ein ganz anderes und um Längen schwieriger wie ich fand. Ich erwartete, dass die Benzinervariante viel flexibler ist aber sie ist viel anfälliger und zudem: ich kannte die Geräusche des Motors nicht. Wo ich durch hören entscheiden konnte ob der Brummende Diesel noch ein bischen weniger Kupplung verträgt oder nicht- beim Benziner (mein Opa spricht benzin aus wie "BENGSIN" und daran musste ich immer denken - BENGSIN) war da der Ofen sofort aus. Sowas emfpindliches, tss. Aber die verdammte Banane hab ich gemeistert wie aus dem Lehrbuch und das Anfahren am "Berg" (ca 0.5-1m Steigung auf 4m Länge) hat mir einmal mehrgezeigt dass hier viel mehr Kupplungsgefühl gefragt ist. Das hat mich ein bischen nervös gemacht. Nein ehrlich geasgt fand ichs unfair und innerlich kämpfte ich gegen den Gedanken das zur Sprache zu bringen und zu rebellieren. Die Entscheidung desnächsten Schrittes wurde mir genommen, der Fahrlehrer stieg dazu und lobte mich auf Polnisch und Petra übersetzte in sein Gebrabbel synchron hinein. Wir, nein ICH fuhr, zur Ausfahrt des Übungsplatzes und es ging in den Straßenverkehr. Ich blinkte für jeden Scheißich glaub ich bin sogar um eine Tonne mit Blinker gefahren. Es ging zunächst in den Kreisverkehr mit Linksausfahrt und ich meisterte den Spurwechsel und das Hochschalten. Dann kam die Baustelle die mich die Spur nach links wechseln liess und saubere 3 fahren, was sich mt der Kupplung als diffiziles Detail entpuppte. Dann fuhren wir in eine mir bis dahin unbekannte Straße den Berg hoch und ich musste mit den Gänegn kämpfen um nicht aus dem Schwung zu geraten - oder noch schlimmer - den Motor am Hang abzuwürgen. SCHEISS BENGSINER. DAMN gewöhn dich dran du hast keine Zeit dich zu ärgern. Wir bogen halt in diese kleine Straße mit Parkplätzenund ich parkte mehr schlecht als recht aber ohne die Markierungen zu berühren vorwärts ein. Das schien ihm zu genügen.
Weiter 'on the road' gabs den einen oder anderen einfachen Kreisverkehr, dann sollte ich wenden aber ich war geschickt und wendete erst an einer ruezung die Wenden erlaubte. Die Falle war alt. Dann bog ich rechts ab auf eine Art Supermarktparkplatz - im augenwikel nahm ich noch die schwarze "10" in einem roten Kreis wahr und bleib im ersten Gang soweit es die Fähigkeit mit der schnippischen Kupplung umzugehn erlaubte. Wir krochen dahin und ich sollte an der nächsten Kreuzung links abbiegen. Ich höre "Links" und haue sofort den Blinker links rein, weil wir schoon an der HAltelinie standen und ich noch keinen Richtungsblinker gesetzt hatte. Dabei Blinke ich sogar für Afrika, meine geduldigen Leser,denn es wird spannend - es war ein Rechtsfahrgebot, dass jir erst klar wurde al ich die beiden Spuren links mit Autos in meienr Richtung betrachtete. Okay, schnell auf die Bremse. KRRRRR und Kupplung ROAAAARR scheiße vergessen, zum glück motor nicht aus. Der Prüfer war konsterniert. Petra übersetzte: "Es ist rechtsfahrgebot sie dürfen auf einer zweispurigen Einbahnstraße nicht links abbiegen haben sie das Schild nicht gesehen?" Ich versuchte mich zu verteidigen und meinte ich hätte mich nur mit dem Blinker vertan und ferner wollte ich auf die Autos warten, die mir loszufahren schienen (welche aber bei dem Satz noch immer an ihrer Haltelinie warteten) AUSREDEN, nichts als Ausreden. Ich hatte es verplant aber war noch nicht falsch gefahren. Okay jetzt wurde mir gerade klar wie brenzlig die Situation war. Ich wurde fett nervös und zu allem überfluss wollte der Fahrprüfer dass ich möglichst wschnell von der Stele komme unm die Autos hinter mir nicht weiter zu behindern. Ich blinkte in alle richtungen, ich glaube sogar gen Himmel, fuhr auf die line Spur für Abbieger und dann am folgende Todeskreuzung,die ich mal slizziere (ich lasse alle anderen Ampeln und so mal aus, es gab allein DREI INNERHALB des Kreisverkehres^^):

Ich fuhr als vorderster über die erste Ampel, die direkt hinter mir auf rot schaltete. Ich hielt, wohlgemerkt VOR den Schienen der Straßenbahn um mich zu vergewissern dass sienicht fährt weil ich so aufgedreht war, dass ich die Übersicht über di Kreuzung löngst verloren hatte. Ich sah das gelbe warnlicht dass wohl vor den Schienen warnen sollte und erblickte dann die Passagiere die an der Haltestele aus der Bahn träufelten. Das war mein Zeichen, stehende Straßenbahn somit konnte ich weiter fahren, und legte den ersten Gang ein...
überprüfte den Blinker, er war noch links...
überprüfte nochmal die Bahn, sie spuckte noch Leute aus und stand...
vergewisserte mich des Verkehres von rechts, der schien noch rot zu haben...
fuhr an...

DURCHGEFALLEN

Was sich meiner Kenntnis entzog war, dass die lustige abwechselnd oben und unten gelb blinkende Ampel aus irgenwelchen Umständen auf Rot gewechselt hatte. In meiner Übersichtslosigkeit hatte ich die aber schon hinter mir, aus meineme Gesichtsfeld heraus, gelassen. Fahren über rot ist sofortiges Prüfungsende. Es war schon ein kliner Schock, als er auf die Bremse trat, aber irgendwie war mir die 10sec vorher klar dass das niht gut gehen konnte mit der letzten Kreuzung. Ich war leer. Hirn = Standby. Der Prüfer wollte auf der Stelle die Plätze tauchen noch auf der Kreuzung bevor es grün wird. Es war eigentlich nicht stressig, oder blöd, er war echt ein netter Kerl, aber die Prüfung war nach knapp 20 minuten halt schin vorbei. Nachher erzählte mir die Dolmetscherin, die die Verfahrensweisen kannte, dass der Prüfer bereits über die hälfte an Anforderungspunkten abgehakt hätte es also nur noch eine Zeitfrage gewesen wäre und ferner hätte er keinen Durchschlag benutzt, was man nur macht wenn man weiss dass der Prüfling durchfällt um ihm einen Abzug zu geben. Den Abzug habe ich in der Tat bekommen:

Ich fühle mich jetzt, wo ich hier sitze mit meinen polnischen Zigaretten für 1,80€ die Schachtel und dem Weisswein Pinot Grigorio, sehr leer. Ich hab erstmal die Schnauze voll. "Ich hab kein Bock mehr mit den Arschlöchern rumzureden" und wollte nach hause. Genug ist genug. Das war alles sehr anstrengend, darf ich bitte jetzt gehen?

Wir fuhren nach Hause, und waren alle sehr still auf der Fahrt. Fünf von Fünf hatten nicht bestanden und es stellte sich heraus, der für dem Motorradführerschein, Nr.6, war garnicht erst erschienen. Wir stiegen aus in Slubice und das ist das Ende dieses Blogs. Vorerst. Die Theorie hab ich nämlich in der Tasche ;) aber das bittere Gefühl auf der Zunge geht nicht weg. Da hilfts auch nicht dass Fahrprüfer im Polnischen den lustigen Namen EGZAMINATOR trägt...



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